Leider nicht.
Wenn man im verträumten Kessenich wohnt, fährt man zwangsläufig mal durch die Burbacher Straße, und dann zwangsläufig mal am Lindenhof vorbei. An mindestens zehn Vorbeifahrten hab ich mir gesagt: Da muss ich mal hin. Jetzt war ich da, und deswegen nach langer Zeit gibt es hier mal wieder eine Restaurantkritik.
Los geht’s, und wir wollen schön objektiv sein. Location von außen sehr ansprechend, von innen auch noch, geht aber etwas in Richtung urig-bodenständig (was ja nicht schlecht ist, vermutet man nur nicht). Unser Kellner war sehr nett, man wird explizit in der Karte aufgefordert, Sonderwünsche abzugeben. Soviel zum Erfreulichen.
Das Essen war handwerklich nicht direkt schlecht, es war eher die Kombination aus Aussehen, Menge und Preis, die mir arg die Laune verdorben hat.
Ich hatte Lammkotelett an Mangold und Rosmarinkartoffeln von der Tageskarte: Die drei Lammkoteletts waren winzig, irgendwie nicht genug gebräunt und bestanden noch großenteils aus Fett. Die Fleischausbeute war insgesamt geschätzt nur 100g.
Geschmack OK, aber auch nichts besonderes. Gegen die Rosmarinkartoffeln war nichts zu sagen, nur die Menge war auch sehr gering, keinesfalls eine Portionen für Erwachsene. Man könnte jetzt mit Haute Cuisine rumargumentieren, aber wo keine Tischdecken liegen und am Nebentisch Skat gespielt wird, da ist das glaube ich nicht der Fall. Zumal die Qualität auch dagegen spricht. Der Mangold war auch irgendwie blass, den hab sogar ich schon besser hinbekommen. Insgesamt fehlte auch der “Wums”, würde Christian Rach sagen. Kostenpunkt war so ca. 14 Euro, und das ist für ne mittelmäßige Kinderportion nicht angebracht.
Beim angeheirateten Testesser und unseren Begleitung sah es auf den Tellern nicht unbedingt besser aus. Auf einem Teller war so wenig Spinat, dass der Kellner sich entschuldigte und von sich aus (nach 20 Minuten) Nachschub brachte. Was soll das? Selbst wenn der Lehrling allein die Küche schmeißen musste und wir noch nen schlechten Tag erwischt hatten, kann doch wenigstens die Menge stimmen. Die Menge ist natürlich gerade beim Essen bei weitem nicht alles, aber bei so einen etwas bodenständigen Konzept doch wichtig. Von schlechtem Essen bekommt man ja normalerweise eher zuviel.
Fazit
Leider nicht bestanden. Es wäre schön gewesen, ein Kessenicher Stammlokal zu haben, aber mehr als vorbeifahren werde ich wohl nicht mehr.
