Drum prüfe, wer sich ewig bindet
Leset die aktuellen Neuigkeiten, gefolgt von einem kurzen Erfahrungsbericht aus dem echten Leben:
Ich arbeite immer noch in Beuel bei i22. Mein geschätzter Kollege Schächter hat mich in seinem Blog erwähnt, was ich hiermit erwidere.
Die Kennedybrücke ist wieder für Bahnen offen, und ich bin schon 2x mim Fahrrad von Kessenich nach Beuel gefahren, um meine CO2-Bilanz und mein Körpergewicht positiv zu beeinflussen.
Nun aber zum Wesentlichen:
Mein Resumée nach 4 Monaten des Verheiratetseins: Et is wie et is, un es kütt wie es kütt. Nee, eigentlich is et besser. Ich gebe mir Mühe, hier keine Liebeserklärung abzugeben, obwohl mir das leicht fiele, sondern möglichst objektiv mal die ersten vier Monate zu beschreiben.
Damals, als junger Mann, hatte ich, wie wohl viele Männer, Schiss vorm Heiraten. Der Antrag war ungefähr so aufwühlend wie die Doktorprüfung (und bei beiden kann man theoretisch durchfallen). Aber das war’s dann auch schon, sämtliche anderen Bedenken sind eigentlich Quatsch. Es ist jetzt nicht so, dass die Welt rosa ist oder man “forever doomed” ist. Man rückt einfach noch ein Stück näher zusammen, und wenn man zusammenpasst (sonst sollte man wohl nicht heiraten), wird das Leben dadurch besser.
Eine weitere ehemalige Undenkbarkeit, willentlich Kinder in die Welt zu setzen, wirkt jetzt gar nicht mehr so fern. Nicht dass es schon akut wäre, nur hat ein erheblicher Sinneswandel stattgefunden. Bin ich jetzt alt? Hörner abgestoßen? Sowas in der Richtung wahrscheinlich. Häusle bauen, Bäumle pflanzen… Jägerzaun setzen, mit Nachbarn um die Länge des Grases streiten, Sonntags in die Kirche gehen und CDU wählen. Da fällt mir Trainspotting ein:
Bald bin ich genau wie ihr: Job, Familie, pervers großer Fernseher, Waschmaschine, Auto, CD und elektrischer Dosenöffner, Gesundheit, niedriger Cholesterinspiegel, Krankenversicherung, Eigenheimfinanzierung, Freizeitkleidung, 3 Teiliger Anzug, Heimwerkertum, Gameshow, Junkfrass, Kinder, Spazierengehen im Park, geregelte Arbeitszeit, Fitnesscenter, Autowaschen, ‘ne Menge Pullover, traute Weihnacht mit der Familie, inflationssichere Rente, Steuerfreibeträge, Abfluss sauber machen, über die Runde kommen, mich auf den Tag freuen, an dem ich sterbe.
Summa summarum kann ich sagen, dass ich mich gut fühle. Beruhigter. Die größte Veränderung findet glaube ich im Kopf statt. Um es mit den Worten von Klaus W. zu sagen: “Ich bin verheiratet, und das ist auch gut so”.
PS: CDU habe ich noch nie gewählt, werde ich auch nicht. Um noch einmal das Gefühl der Jugend und des Rebellentums zu erleben und alle Bekannten zu verärgern, werde ich dieses mal in NRW GRÜN wählen
